Die stille Prüfung
- deva82alex
- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt Phasen auf dem schamanischen Weg, in denen alles still wird. Die Zeichen bleiben aus. Träume verlieren ihre Klarheit. Rituale fühlen sich plötzlich leer an. Viele Menschen glauben in diesem Moment, sie hätten etwas falsch gemacht - doch oft beginnt genau hier eine der tiefsten Prüfungen: die stille Prüfung.
Wenn der Ruf verstummt
Am Anfang des Weges ist die Verbindung häufig intensiv. Synchronizitäten erscheinen,
Botschaften wirken klar, die innere Stimme scheint laut. Doch irgendwann verändert sich die Qualität der Wahrnehmung. Das Außen wird leiser. Nicht, weil die Verbindung verloren ist - sondern weil sich die Wahrnehmung wandelt.
Die stille Phase ist kein Abbruch. Sie ist ein Übergang.
In schamanischer Sicht kann diese Stille ein Raum sein, in dem die Seele lernt, ohne äußer

e Bestätigung zu stehen. Nicht jedes Schweigen ist Leere. Manchmal ist es ein Schutzraum, in dem sich das Alte löst.
Die Angst vor dem Nichts
Viele erleben in dieser Phase Zweifel:
Bin ich noch verbunden?
Habe ich meine Kraft verloren?
Warum fühle ich nichts mehr?
Die Stille berührt oft unbewusste Ängste. Sie konfrontiert uns mit der Frage, ob wir dem Weg auch dann vertrauen, wenn kein Echo zurückkommt. Genau hier beginnt eine Reifung:
Der Fokus verschiebt sich vom Suchen im Außen hin zur Präsenz im Inneren.
Was die stille Prüfung wirklich lehrt
Die Stille fordert kein stärkeres Tun - sondern ein anderes Sein.
Statt intensiver Rituale kann es hilfreich sein, einfache Präsenz zu üben:
ruhiger Atem,
bewusste Schritte,
kleine ehrliche Momente der Verbindung mit der Natur.
Es geht nicht darum, die Stille zu durchbrechen.
Es geht darum, sie zu hören.
Oft verändert sich in dieser Phase die Qualität der Wahrnehmung. Zeichen werden feiner, weniger dramatisch, dafür tiefer. Die Seele lernt, ohne permanente Bestätigung stabil zu bleiben.
Wenn Vertrauen zur eigentlichen Medizin wird
Die stille Prüfung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Tor. Wer hindurchgeht, entdeckt häufig eine ruhigere, klare Form von Kraft - weniger abhängig von äußeren Impulsen, mehr verwurzelt im eigenen Sein.
Vielleicht ist genau das der verborgene Sinn dieser Zeit:
Nicht alles soll laut sein.
Nicht jede Antwort muss sofort kommen.
Manchmal antwortet der Weg nicht mit Worten -
sondern mit Stille, die dich lehrt, dir selbst zu begegnen.



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